Revolution in der Modeindustrie: Nachhaltige Produktion und Reparatur mit 3D-Druck

Die Modeindustrie gerät zunehmend wegen ihrer Umweltauswirkungen in die Kritik. Die schnell wechselnden Modetrends, ständig neue Kollektionen und der wachsende Konsum von Kleidung führen zu einer enormen weltweiten Produktion. Die sogenannte Fast Fashion bedeutet letztendlich, dass riesige Mengen an Textilien jeden Tag im Müll landen, während immer mehr Kleidung produziert wird. Um diesem Teufelskreis entgegenzuwirken und die Kreislaufwirtschaft zu fördern, haben sich Forscher an der Universität für Kunst und Design Linz dem Problem gewidmet. Dabei setzen sie auf innovative Materialien und Technologien wie 3D-Druck, um Kleidung herzustellen.

Im Rahmen des künstlerisch-wissenschaftlichen Projekts “Fashion and Robotics” entwickelt das interdisziplinäre Forscherteam neue Ansätze für eine nachhaltigere Modeproduktion. Dabei werden organische Stoffe entwickelt, die dreidimensional aus einer Nährstofflösung wachsen, Roboter zur Reparatur von Kleidung und KI zur Optimierung von Fabriken eingesetzt.

In der ersten Phase des Forschungsprojekts wurde mithilfe von Robotern, die 3D-Druck verwendet haben, ein Kleidungsstück hergestellt. Zudem entwickelte das Team robotische Arme, die in der Lage sind, dreidimensional zu schneiden oder zu nähen. Durch die Anwendung der Technologie des Elektrospinnens konnte ein neuartiger und nachhaltiger Prozess zur Reparatur von Kleidung entwickelt werden. Dabei wird ein Polymer durch einen Roboterarm in einem Hochspannungsfeld auf den gerissenen Bereich eines Gewebes gesprüht, wodurch sich Nanofasern bilden, die mit dem Textil verbunden sind.

Die Vorteile dieser Robotertechnologie für die Kleidungsreparatur sind vielversprechend. Automatisierung kann die Reparaturkosten auf rund 2 US-Dollar reduzieren, wodurch Reparaturen erschwinglicher werden als der Kauf neuer Kleidungsstücke und somit attraktiver. Solche Roboter könnten auch in großen Fabriken eingesetzt werden und somit zu einer nachhaltigeren Produktion beitragen. Darüber hinaus könnte KI in Fabriken die kaputte Kleidung vorab scannen und Bereiche erkennen, die repariert werden müssen. Diese Technologie könnte auch für die “3D-Neugestaltung” von Kleidung in Änderungsgeschäften genutzt werden, wodurch der Lebenszyklus von Kleidungsstücken verlängert wird.

Um die Nachhaltigkeit von Modematerialien weiter zu verbessern, haben die Forscher auch mit Werner Baumgartner zusammengearbeitet, um erstmals 3D-Hosen und 3D-Schuhe zu züchten. Dabei werden neu entwickelte biomaterialbasierte Stoffe anstelle des üblichen Schneidens und Nähens von Textilien verwendet. Die Materialien wachsen aus Bakterien, sogar in drei Dimensionen, beispielsweise mithilfe von Schuhleisten, von denen der fertige Schuh letztendlich abgetrennt werden kann.

Obwohl die aus bakterieller Zellulose gewachsenen Kleidungsstücke derzeit nur Ergebnisse von Grundlagenforschungsexperimenten sind, stellen sie einen Schritt in Richtung einer möglichen Anwendung dar. Ein detaillierter Bericht zum Forschungsprojekt und weiteren Informationen finden Sie auf der Website des Austrian Economic Fund.

Was halten Sie von dem Forschungsprojekt zur Entwicklung neuer, innovativer Reparatur- und Herstellungsprozesse für Kleidung, einschließlich des Einsatzes von 3D-Druck? Teilen Sie uns Ihre Meinung in einem Kommentar unten oder auf unseren LinkedIn, Facebook und Twitter Seiten mit! Vergessen Sie nicht, sich für unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter anzumelden, um die neuesten Nachrichten zum 3D-Druck direkt in Ihren Posteingang zu erhalten! Sie können auch alle unsere Videos auf unserem YouTube-Kanal finden.

*Titelbild: AWF

FAQs zum Einsatz von 3D-Druck und Robotertechnologien in der Modeindustrie

1. Was ist Fast Fashion?
Fast Fashion bezieht sich auf den Trend in der Modeindustrie, bei dem schnell wechselnde Modetrends und ständig neue Kollektionen zu einer massiven Produktion von Kleidung führen.

2. Was ist das Projekt “Fashion and Robotics”?
“Fashion and Robotics” ist ein künstlerisch-wissenschaftliches Forschungsprojekt an der Universität für Kunst und Design Linz. Das Projekt entwickelt innovative Ansätze für eine nachhaltigere Modeproduktion, unter anderem durch den Einsatz von 3D-Druck und Robotertechnologien.

3. Wie wird 3D-Druck in der Modeproduktion eingesetzt?
Im Rahmen des Projekts “Fashion and Robotics” wurde mithilfe von Robotern, die 3D-Druck verwenden, bereits ein Kleidungsstück hergestellt. Darüber hinaus werden robotische Arme entwickelt, die in der Lage sind, dreidimensional zu schneiden oder zu nähen.

4. Wie wird Robotertechnologie zur Reparatur von Kleidung eingesetzt?
Durch den Einsatz der Technologie des Elektrospinnens wird ein neuartiger und nachhaltiger Prozess zur Reparatur von Kleidung entwickelt. Dabei wird ein Polymer durch einen Roboterarm in einem Hochspannungsfeld auf den gerissenen Bereich eines Gewebes gesprüht, wodurch sich Nanofasern bilden, die mit dem Textil verbunden sind.

5. Welche Vorteile hat die Robotertechnologie für die Kleidungsreparatur?
Die Automatisierung der Reparatur kann die Kosten auf rund 2 US-Dollar reduzieren, wodurch Reparaturen erschwinglicher werden als der Kauf neuer Kleidungsstücke. Zudem können solche Roboter auch in großen Fabriken eingesetzt werden und somit zu einer nachhaltigeren Produktion beitragen. KI kann außerdem defekte Kleidung vorab scannen und Bereiche erkennen, die repariert werden müssen.

6. Wird 3D-Druck auch für die Herstellung von Modematerialien verwendet?
Ja, im Rahmen des Projekts wurden 3D-Hosen und -Schuhe entwickelt. Dabei werden neu entwickelte biomaterialbasierte Stoffe verwendet, die aus Bakterien wachsen und in dreidimensionaler Form hergestellt werden können.

7. Sind die aus bakterieller Zellulose gewachsenen Kleidungsstücke bereits marktreif?
Die aus bakterieller Zellulose gewachsenen Kleidungsstücke sind derzeit noch Ergebnisse von Grundlagenforschungsexperimenten. Es handelt sich jedoch um einen vielversprechenden Schritt in Richtung einer möglichen Anwendung.

Weitere Informationen und detaillierte Berichte zum Forschungsprojekt finden Sie auf der Website des Austrian Economic Fund Fund.

Sources:
https://www.awf.at